Rednerin Nicole Stüer

Was mich trägt

Ich bin Nicole Stüer.

Trauerrednerin. Ich stehe mitten im Leben - und begleite Menschen mit offenem Herzen.

Mein Alltag ist bunt und bewegt:

voller Kinderlachen, Pausenbrote, Gespräche im Auto, kleiner Dramen und großer Gefühle. Ich bin Mutter, Ehefrau, Freundin – ein Mensch, der mitten im Leben steht und viele Rollen trägt. Manchmal „Mama Taxi“, oft Zuhörerin, Trösterin, Mutmacherin – nicht nur für meine Kinder, sondern auch für die Menschen um mich herum.

Dieses Hinsehen, Hinspüren und Dasein begleitet mich in all meinen Beziehungen – und prägen die Art, wie ich Menschen begegne und begleite.

Mein beruflicher Weg als Trauerrednerin begann an einem Ort, an dem Feste gefeiert werden: als Standesbeamtin.

Dort durfte ich Menschen in glücklichen Momenten begleiten – und zugleich wurde mir bewusst, wie nah Freude und Abschied beieinanderliegen. Auch hier begegnete mir das Leben in all seinen Facetten.

Später führte mich mein Weg in die Selbstständigkeit als freie Traurednerin. Zunächst lag mein Fokus auf freie Trauungen – auf der Liebe, auf dem Neubeginn, auf dem Strahlen in den Augen. Doch immer häufiger wurde ich gefragt, ob ich mir auch vorstellen könne, Abschiede zu begleiten.

Lange Zeit hatte ich großen Respekt davor. Vielleicht sogar Angst. Denn Trauer fordert uns auf eine andere Weise heraus als jeder andere Moment im Leben.

Schon viele Jahre bevor ich selbst als Trauerrednerin gearbeitet habe, durfte ich erfahren, wie wohltuend es ist, in Zeiten des Abschieds liebevolle und achtsame Menschen an der Seite zu haben. Diese Erfahrungen haben sich tief in mein Herz geschrieben – und mir gezeigt, wie sehr Begleitung tragen kann, wenn Worte fehlen und die Welt stillzustehen scheint.

Ich bin ein feinfühliger, hochsensibler Mensch. Ich nehme Stimmungen wahr, Zwischentöne, das Ungesagte. Vielleicht ist es genau dieses feine Gespür, das mich zu meinen Berufen geführt hat – und das mir hilft, Menschen wirklich zu begegnen.

In meiner Arbeit geht es nicht darum, nur eine liebevolle Erinnerungsfeiern zu gestalten. Vielmehr geht es darum, präsent zu sein. Raum zu halten. Zuzuhören. Geschichten zu bewahren. Und Worte zu finden, wenn eigene Worte fehlen.

Dass ich heute Abschiede begleiten darf, empfinde ich nicht als Zufall, sondern als etwas Besonderes. Es ist eine Aufgabe, die Sinn trägt, eine Arbeit, die mich erfüllt und eine Begegnung, die für mich jedes Mal aufs Neue ein Geschenk ist.

Ich bin da.

Wenn Sie spüren, dass meine Worte Sie ansprechen, oder Sie sich eine achtsame Begleitung für den Abschied wünschen, dürfen Sie sich jederzeit gerne bei mir melden.

Ich nehme mir für Sie Zeit.

Auch ich habe Abschiede erlebt.

„Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.“ (Goethe)

Dieser Satz begleitet mich seit vielen Jahren – und dennoch weiß ich, wie sehr der Verlust eines geliebten Menschen schmerzen kann.

Wenn wir Abschied nehmen müssen, fühlt es sich an, als würde die Welt für einen Moment stillstehen. Wir sind fassungslos, gelähmt, schockiert – und können kaum begreifen, dass ein Mensch, der zu unserem Leben gehörte, plötzlich fehlt.

Ob wir Zeit hatten, uns vorzubereiten oder ob der Tod uns unerwartet trifft – gefühlt kommt er immer zu früh. Und er hinterlässt eine Leere, die Worte kaum fassen können.

Vielleicht liegt es daran, dass wir Menschen Teil eines größeren Ganzen sind.

Die Natur lebt es uns seit jeher vor:
Ohne Frühling kein Sommer.
Ohne Licht kein Schatten.
Ohne warm kein kalt. Ohne Tod kein Leben.

Alles hat seinen Rhythmus.
Und doch fällt es uns unendlich schwer, diesen einen Moment anzunehmen,
wenn er uns selbst betrifft.

Auch ich habe Abschiede erlebt.
Den Abschied von meiner Mutter und den Abschied von meinem Vater.
Jeder dieser Wege war anders – beide haben mich tief geprägt.

Sie haben mir gezeigt, dass Loslassen kein einzelner Moment ist, sondern ein Prozess. Ein Weg, der Zeit braucht, Geduld, Mitgefühl und Menschen, die an unserer Seite sind.

Abschied bedeutet für uns Hinterbliebene immer auch,
ein Stück von uns selbst loszulassen:

Träume, die wir hatten.
Wünsche, die wir teilten.
Zeiten voller Nähe, Hoffnung und gemeinsamen Lebens.


Und doch bleibt etwas.
Etwas, das stärker ist als der Tod:
die Liebe.
Die Erinnerungen.
Das, was wir tief in unserem Herzen tragen.

Diese Erfahrungen haben mich geprägt.
Sie haben mich gelehrt, wie wichtig es ist, in schweren Momenten gehalten zu werden –
und wie wertvoll es ist, anderen genau diesen Halt schenken zu dürfen.

All das begleitet mich leise in meiner Arbeit.
Nicht im Vordergrund – sondern als Haltung.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass meine Art Sie anspricht,
und Sie sich eine Begleitung wünschen, die Raum lässt, zuhört und mitgeht,
dürfen Sie sich jederzeit gerne bei mir melden.

Dass ich heute Abschiede begleiten darf, empfinde ich nicht als Zufall. Es ist eine Aufgabe, die Sinn trägt. Eine Arbeit, die mich erfüllt. Und eine Begegnung, die für mich jedes Mal aufs Neue ein Geschenk ist.

 

Ich nehme mir Zeit für Sie.